Baum-Entdecker-Forum – Mai 2021

Brandenburg, LANDKREIS Barnim - 26. Mai 2021

Tulpen aus Amerika

Dietmar Olonscheck hat einen riesenhaften Tulpenbaum mit einer für die Art besonderen Stammform entdeckt. Das enorm stattliche Exemplar auf der Insel Plauer Werder (nahe der Siedlung Wendorf, Alt Schwerin) besitzt einen 2-kernigen Stamm mit 6,29 m Umfang. Hier die Originalbeschreibung des Finders: “Stamm fächert sich in ca. 1,30 m Höhe in zwei Stämme auf, der Baum ist vital, keine Schäden, freistehender Solitär mit beeindruckender Krone.” Der Umfang wurde in 1 m Höhe über Grund gemessen. Ein erstaunlicher Fund und zugleich eine Bereicherung für den Bestand herausragender Tulpenbäume in Deutschland, die typischerweise 1-stämmig gewachsen sind. Dank seines Umfangs rückt dieser Tulpenbaum unmittelbar in die Spitzengruppe der Tulpenbäume auf. Drei Tulpenbäume erreichen fast dasselbe Maß, insgesamt 17 Tulpenbäume sind nun in der LNBB enthalten.

 

Tulpenbaum auf der Insel Plauer Werder, Plauer See, nahe Alt Schwerin. Nationaler Baum-Entdecker (NBE) ist Dietmar Olonscheck, Landkreis Barnim in Brandenburg. >>

Der Große Autal-Ahorn kann gut 300 Jahre alt sein und darüber. Die Messung des Stammumfangs ergab stolze 6,25 m – ohne jeden Zweifel ein ganz besonderer „NBB“.

BAYERN, ALLGÄU - 20. Mai 2021

Der Große Autal-Ahorn

Bergahorne – Könige der Alpen. Nur Lärchen und Arven „steigen“ zu noch höheren Standorten hinauf. In den letzten Jahren haben wir verstärkt nach den alten Bergahornen Deutschlands recherchiert, denn sie stehen oft abseits der Zivilisation, der Besuch verspricht ein Naturerlebnis. Die erste Exkursion dieses kalten und regnerischen Jahres 2021 führte uns dann auch folgerichtig in die Bergwelt des Allgäu. Im Autal, einem abgelegenen, grob von Ost nach West aufsteigenden Tal bei Gunzesried, sollte ein besonders stattliches Exemplar stehen. Die schmale Mautstraße zur Alpe Scheidwang war noch immer geschlossen: Wintersperre! So stand uns eine mehrstündige Wanderung bevor. Rasch waren die Stiefel geschnürt, der Foto-Rucksack geschultert und unser neuer Baum-Entdecker-Wanderstab zur Hand.

Links und rechts des Weges säumten kleine Blumen die Wiesen und bildeten farbenfrohe Tupfer nach einem langen, grauen Winter. Der Weg zog sich lang dahin, stets der Talsohle folgend. Die vergangenen Tage hatten nochmals Niederschlag gebracht, und die waren im Hochgebirge als blendend weißer Schnee niedergegangen. Nach einem letzten steilen Anstieg durch den Wald hindurch öffnete sich der Blick in den weiten Talkessel. Rechterhand erblickten wir schon erste knorrige Ahorngestalten, umgeben von Felsblöcken. Weiter hinten erwartete uns das größte Exemplar: der Große Autal-Ahorn. Sofort war der lange Anstieg vergessen. Eilig bauten wir unsere Stative auf und machten die Kameras einsatzbereit. Vor unseren Augen lag eine atemberaubende Szenerie: Der mächtige Bergahorn mit seiner knorrig verzweigten, fast unbeschädigten Krone, inmitten des herrlichen Alpenpanoramas. Der Siplingerkopf (1746 m) und die benachbarten Bergspitzen waren weiß gekrönt mit frisch gefallenem Schnee.

Bäume, ja ganze Wälder, wirken in den Alpen verschwindend klein. Erst in der Nähe erkennt man die Wuchtigkeit des alten Bergahorns.
Dieser Blauregen an der Weinstraße besitzt 92 cm Stammumfang und ist über 50 Jahre alt. Nationaler Baum-Entdecker: Stefan Kühn, Deutsches Baumarchiv.

RHEINLAND-PFALZ, MAIKAMMER
17. MAI 2021

Kletternde Blütenpracht

Endlich ist es soweit: Nach vielen Jahren der Vorbereitung startet am 17. Mai 2021 die Aktion Baum-Entdecker! Den farbenfrohen Auftakt bildet jedoch kein typischer Baum, sondern eine sehr ungewöhnliche Kletterpflanze, die es bis in die Liste der national bedeutsamen Bäume (kurz LNBB) hineingeschafft hat. Es ist der bislang einzige bekannte “Blauregen” derartiger Stärke in Deutschland. Mit der Zeit hat er einen regelrechten Stamm ausgebildet, in dem wohl zwei oder mehrere Kerne verborgen liegen. Blauregen (auch Wisterien genannt) gehören zu den Lianen und verholzen, so dass sie Frost ertragen können. Wie alt genau mag der Blauregen sein? Bei einem Stammumfang von 92 cm (hier gemessen in 0,5 m Höhe) müsste die Pflanze durchaus schon über ein halbes Jahrhundert alt sein. Bislang ist über das ..

Ausladende, farbenprächtige Blüten sowie ein starker, knorriger Stamm, welcher eher an einen Baum als an ein Klettergewächs erinnert

.. Wachstum dieser schmucken Schmetterlings-blütler noch wenig bekannt. Zwei Exemplare, die im Internet beschrieben werden, erreichen über 70 cm Umfang und sollen rund 40 bzw. 80 Jahre alt sein.

Das macht diese Entdeckung so interessant! Allgemein sagt man, dass Wisterien recht wüchsig und robust sind. Sie vermögen kraft ihres gewundenen Wachstums sogar Verankerungen aus einer Wand zu reißen. Der

Standort der Wisterie in Maikammer an der pfälzischen Weinstraße erscheint ideal: reichlich besonnt, mit einer Mauer zum Anlehnen, gleich neben einer historischen Toreinfahrt.  
 

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Brandenburg, LANDKREIS Barnim - 26. Mai 2021

Tulpen aus Amerika

Dietmar Olonscheck hat einen riesenhaften Tulpenbaum mit einer für die Art besonderen Stammform entdeckt. Das enorm stattliche Exemplar auf der Insel Plauer Werder (nahe der Siedlung Wendorf, Alt Schwerin) besitzt einen 2-kernigen Stamm mit 6,29 m Umfang. Hier die Originalbeschreibung des Finders: “Stamm fächert sich in ca. 1,30 m Höhe in zwei Stämme auf, der Baum ist vital, keine Schäden, freistehender Solitär mit beeindruckender Krone.” Der Umfang wurde in 1 m Höhe über Grund gemessen. Ein erstaunlicher Fund und zugleich eine Bereicherung für den Bestand herausragender Tulpenbäume in Deutschland, die typischerweise 1-stämmig gewachsen sind. Dank seines Umfangs rückt dieser Tulpenbaum unmittelbar in die Spitzengruppe der Tulpenbäume auf. Drei Tulpenbäume erreichen fast dasselbe Maß, insgesamt 17 Tulpenbäume sind nun in der LNBB enthalten.

Tulpenbaum auf der Insel Plauer Werder, Plauer See, nahe Alt Schwerin. Nationaler Baum-Entdecker (NBE) ist Dietmar Olonscheck, Landkreis Barnim in Brandenburg.

BAYERN, ALLGÄU - 20. Mai 2021

Der Große Autal-Ahorn

Bergahorne – Könige der Alpen. Nur Lärchen und Arven „steigen“ zu noch höheren Standorten hinauf. In den letzten Jahren haben wir verstärkt nach den alten Bergahornen Deutschlands recherchiert, denn sie stehen oft abseits der Zivilisation, der Besuch verspricht ein Naturerlebnis. Die erste Exkursion dieses kalten und regnerischen Jahres 2021 führte uns dann auch folgerichtig in die Bergwelt des Allgäu. Im Autal, einem abgelegenen, grob von Ost nach West aufsteigenden Tal bei Gunzesried, sollte ein besonders stattliches Exemplar stehen. Die schmale Mautstraße zur Alpe Scheidwang war noch immer geschlossen: Wintersperre! So stand uns eine mehrstündige Wanderung bevor. Rasch waren die Stiefel geschnürt, der Foto-Rucksack geschultert und unser neuer Baum-Entdecker-Wanderstab zur Hand.

Der Große Autal-Ahorn kann gut 300 Jahre alt sein und darüber. Die Messung des Stammumfangs ergab stolze 6,25 m – ohne jeden Zweifel ein ganz besonderer „NBB“.

Links und rechts des Weges säumten kleine Blumen die Wiesen und bildeten farbenfrohe Tupfer nach einem langen, grauen Winter. Der Weg zog sich lang dahin, stets der Talsohle folgend. Die vergangenen Tage hatten nochmals Niederschlag gebracht, und die waren im Hochgebirge als blendend weißer Schnee niedergegangen. Nach einem letzten steilen Anstieg durch den Wald hindurch öffnete sich der Blick in den weiten Talkessel. Rechterhand erblickten wir schon erste knorrige Ahorngestalten, umgeben von Felsblöcken. Weiter hinten erwartete uns das größte Exemplar: der Große Autal-Ahorn. Sofort war der lange Anstieg vergessen. Eilig bauten wir unsere Stative auf und machten die Kameras einsatzbereit. Vor unseren Augen lag eine atemberaubende Szenerie: Der mächtige Bergahorn mit seiner knorrig verzweigten, fast unbeschädigten Krone, inmitten des herrlichen Alpenpanoramas. Der Siplingerkopf (1746 m) und die benachbarten Bergspitzen waren weiß gekrönt mit frisch gefallenem Schnee.

Bäume, ja ganze Wälder, wirken in den Alpen verschwindend klein. Erst in der Nähe erkennt man die Wuchtigkeit des alten Bergahorns.

RHEINLAND-PFALZ, MAIKAMMER
17. MAI 2021

Kletternde Blütenpracht

Endlich ist es soweit: Nach vielen Jahren der Vorbereitung startet am 17. Mai 2021 die Aktion Baum-Entdecker! Den farbenfrohen Auftakt bildet jedoch kein typischer Baum, sondern eine sehr ungewöhnliche Kletterpflanze, die es bis in die Liste der national bedeutsamen Bäume (kurz LNBB) hineingeschafft hat. Es ist der bislang einzige bekannte “Blauregen” derartiger Stärke in Deutschland. Mit der Zeit hat er einen regelrechten Stamm ausgebildet, in dem wohl zwei oder mehrere Kerne verborgen liegen. Blauregen (auch Wisterien genannt) gehören zu den Lianen und verholzen, so dass sie Frost ertragen können. Wie alt genau mag der Blauregen sein? Bei einem Stammumfang von 92 cm (hier gemessen in 0,5 m Höhe) müsste die Pflanze durchaus schon über ein halbes Jahrhundert alt sein. Bislang ist über das ..

Dieser Blauregen an der Weinstraße besitzt 92 cm Stammumfang und ist über 50 Jahre alt. Nationaler Baum-Entdecker: Stefan Kühn, Deutsches Baumarchiv.

.. Wachstum dieser schmucken Schmetterlings-blütler noch wenig bekannt. Zwei Exemplare, die im Internet beschrieben werden, erreichen über 70 cm Umfang und sollen rund 40 bzw. 80 Jahre alt sein. Das macht diese Entdeckung so interessant! Allgemein sagt man, dass Wisterien recht wüchsig und robust sind. Sie vermögen kraft ihres gewundenen Wachstums sogar Verankerungen aus einer Wand zu reißen. Der Standort der Wisterie in Maikammer an der pfälzischen Weinstraße erscheint ideal: reichlich besonnt, mit einer Mauer zum Anlehnen, gleich neben einer historischen Toreinfahrt.  

Ausladende, farbenprächtige Blüten sowie ein starker, knorriger Stamm, welcher eher an einen Baum als an ein Klettergewächs erinnert