Schriftliches Grußwort von Bundespräsident a.D. Horst Köhler
für die Webseite www.baum-entdecker.de des Deutschen Baumarchivs

Der Deutschen Liebe zu Bäumen ist sprichwörtlich. Spätestens seit der Romantik suchte man ihre Nähe, als Gegenpol zur hektischen Geschäftigkeit der Zivilisation – heute würde man „Entschleunigung“ dazu sagen. Zwar dürften die meisten unserer „tausendjährigen Bäume“ in Deutschland in Wahrheit eher fünf- oder sechshundert Jahre alt sein. Doch wenn sie sprechen könnten, was hätten sie zu berichten – von großen und kleinen Revolutionen, von tiefen Veränderungen in Landschaften und Lebensweisen; und wie kurz erscheint die menschliche Lebensspanne im Vergleich zu ihrer. Bäume können uns Demut lehren. Seit jeher stehen sie für Dauer, Stabilität und Schutz. Und doch sind sie der Macht des Menschen ausgeliefert. Wer einmal erlebt hat, wie ein Baum gefällt wurde, den wird – sofern er ein mitfühlendes Herz besitzt – erschreckt haben, wie schnell umgehauen ist, was Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zum Wachsen brauchte. Nicht mehr einschlagen, als nachwächst, nicht an die Substanz gehen, sondern kommenden Generationen ihren Anteil lassen – das hat Carl von Carlowitz, der deutsche Ahnherr des Begriffs der „Nachhaltigkeit“, schon vor über 300 Jahren angemahnt. Solches Vorsorge-Denken ist heute dringender denn je, in allen Bereichen unseres Lebens und Wirtschaftens. Wenn Gedanken wie diese oder auch andere beim Entdecken der schönsten alten Bäume in Deutschland lebendig werden, wenn sie dazu beitragen, dass wir schützen, was wir schätzen, dann hat sich das Projekt, dem ich Erfolg wünsche, gelohnt!

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Der Deutschen Liebe zu Bäumen ist sprichwörtlich. Spätestens seit der Romantik suchte man ihre Nähe, als Gegenpol zur hektischen Geschäftigkeit der Zivilisation – heute würde man „Entschleunigung“ dazu sagen. Zwar dürften die meisten unserer „tausendjährigen Bäume“ in Deutschland in Wahrheit eher fünf- oder sechshundert Jahre alt sein. Doch wenn sie sprechen könnten, was hätten sie zu berichten – von großen und kleinen Revolutionen, von tiefen Veränderungen in Landschaften und Lebensweisen; und wie kurz erscheint die menschliche Lebensspanne im Vergleich zu ihrer. Bäume können uns Demut lehren. Seit jeher stehen sie für Dauer, Stabilität und Schutz. Und doch sind sie der Macht des Menschen ausgeliefert. Wer einmal erlebt hat, wie ein Baum gefällt wurde, den wird – sofern er ein mitfühlendes Herz besitzt – erschreckt haben, wie schnell umgehauen ist, was Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zum Wachsen brauchte. Nicht mehr einschlagen, als nachwächst, nicht an die Substanz gehen, sondern kommenden Generationen ihren Anteil lassen – das hat Carl von Carlowitz, der deutsche Ahnherr des Begriffs der „Nachhaltigkeit“, schon vor über 300 Jahren angemahnt. Solches Vorsorge-Denken ist heute dringender denn je, in allen Bereichen unseres Lebens und Wirtschaftens. Wenn Gedanken wie diese oder auch andere beim Entdecken der schönsten alten Bäume in Deutschland lebendig werden, wenn sie dazu beitragen, dass wir schützen, was wir schätzen, dann hat sich das Projekt, dem ich Erfolg wünsche, gelohnt!